Am vergangenen Freitag war erneut der us-amerikanische Historiker Dr. Geoffrey Cahn zu Gast an der Klax Sekundarschule. Es ist ein weiterer Besuch des New Yorkers, der zuletzt im vergangenen Jahr an unserer Schule war, um über sein Holocaust Reconciliation Project zu sprechen.

Dr. Cahn berichtete den Schülerinnen und Schülern der beiden 10. Klassen, die das Projekt im Geschichtsunterricht vorbereitet hatten, vom Schicksal seiner Familienmitglieder. Seit diesem Jahr erinnern endlich auch mehrere „Stolpersteine“ im thüringischen Stadtlengsfeld an die Vertreibung und Ermordung der deutsch-jüdischen Familie Cahn.

Cahns Eltern und sein Onkel Kurt entkamen nach dem Novemberpogrom 1938 mit einem der Kindertransporte nach England und gingen von dort aus 1948 in die USA, während die in Deutschland verbliebenen Verwandten deportiert und ermordet wurden. Dr. Cahn zeigte im Rahmen seines Vortrags ein Videointerview mit seinem mittlerweile 94-jährigen Onkel, der sich – in tadellosem Deutsch – noch lebhaft an die Zeit der Flucht erinnerte.

Als Sohn von Holocaust-Überlebenden wollte Dr. Cahn für lange Jahre keinen deutschen Boden mehr betreten. Seine eigene Tochter stimmte ihn um und brachte ihn vor einigen Jahren dazu, das Holocaust Reconciliation Project zu etablieren. Bei diesem Projekt der Versöhnung will Dr. Cahn mit jungen Menschen in Deutschland ins Gespräch kommen, die keine Schuld an der dunklen Vergangenheit trügen, aber Verantwortung für die Entwicklungen der Zukunft nähmen.

Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich sehr beeindruckt von der Begegnung mit Dr. Cahn und nutzten die Gelegenheit auch, um mit ihm über tagesaktuelle Probleme des Verhältnisses zwischen Deutschland, Israel und den USA zu diskutieren. Geoffrey Cahn, der bereits zum vierten Mal an der Klax-Sekundarschule zu Gast war, nahm seinerseits ebenfalls viele Anregungen mit zurück nach New York und wird voraussichtlich im März 2018 wieder in Berlin sein.

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